Bilder aus der Kirchengemeinde St.Cyriakus Bettringen
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Aus Anlass des Jubiläums 200 Jahre St. Cyriakus-Kirche Bettringen, fuhren am Festtag der Apostel Petrus und Paulus, zwei vollbesetzte Busse zur Gemeindewallfahrt nach Worms. Pünktlich um 6.30 Uhr trafen alle Teilnehmer am Feuerwehrhaus zur Abfahrt ein. Der einsetzende Regen störte unter dem Dach der Busse in keiner Weise. Pfarrer Benner erteilte den Reisesegen und mit einem Morgenimpuls wurde bis zur Raststätte „Am Hockenheimring“ gefahren. Bei einer kurzen Rast gab es Kaffee und einen leckeren Hefezopf. Danach ging es weiter nach Worms, wo wir pünktlich um 10.00 Uhr ankamen. Unsere Stadtführerinnen erwarteten uns bereits vor dem Dom zur Stadtführung. Die Einteilung der 4 Gruppen ging recht zügig. Erste Station der Führung war der Dom St. Peter. Er ist neben Speyer und Mainz der kleinste der drei rheinischen Kaiserdome. Der Dom wurde im Wesentlichen von 1130 bis 1181 erbaut. Er ist das bedeutendste Bauwerk der Wormser Romanik und eng mit dem Namen Bischof Burchards verbunden. Große Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem Dom standen, waren unter Anderem die Papstnominierung Leos IX. im Jahr 1048, das Wormser Konkordat im Jahr 1122, die Hochzeit Kaiser Friedrichs II. 1235 mit Isabella von England und der Reichstag zu Worms im Jahr 1521. Bis zur Säkularisation im Jahr 1801/02 war der Dom St. Petzer die Kathedrale des Bischofs von Worms. Seit 1802 ist der Dom eine katholische Pfarrkirche, die im Jahr 1925 durch Papst Pius XI. zur „Basilica minor“ erhoben wurde. Dieser päpstliche Ehrentitel, der Ehrenrechte für den Propst und das Gotteshaus einschließt, soll die Bedeutung dieser Kirche für das Umland hervorheben. Der erste Kirchenbau war um das Jahr 600 durch die Königswitwe Brunichildis. Im Jahr 1000 wurde Burchard Bischof von Worms und begann unverzüglich mit der kirchlichen Neuordnung der Stadt. Er begann mit dem Bau des Doms, der wohl noch heute die Konturen der Planung des 11. Jahrhunderts trägt: Eine kreuzförmige Basilika mit zwei halbrunden Chören, die in Ost-West-Richtung errichtet wurde. Bereits im Jahr 1018 konnte der Dom in Anwesenheit des Kaisers geweiht werden. Nach Burchards Lebensbeschreibung aus der Zeit um 1030/1040 war der Wormser Dom prunkvoll ausgestattet. So ist von Säulen mit vergoldeten Kapitellen die Rede, die jedoch kaum die Hauptstützen der Kirche gewesen sein können. Vielmehr war der Burchard-Dom aller Wahrscheinlichkeit nach eine Pfeilerbasilika. Im Jahr 1110 wurde der Dom zum zweiten Mal geweiht, weil größere Schäden aufgetreten waren. Der Neubau im 12. Jahrhundert entspricht im Wesentlichen dem heutigen Dom. Er konnte um 1125 begonnen werden und entstand im spätromanischen Baustil, d. h. er ist vollkommen gewölbt und unter burgundisch-zisterziensischem Einfluss reich verziert. Etwa einhundert Jahre später wurde mit dem Neubau der zweischiffigen gotischen Nikolauskapelle begonnen. Es gibt Hinweise auf Nikolausreliquien, die angeblich von Kaiserin Theophanu aus Byzanz anlässlich ihrer Hochzeit mit Kaiser Ott II. im Jahr 972 gestiftet wurden. Diese sind bei den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg verloren gegangen. Zu Ende des 20. Jahrhunderts konnte dann eine neue Nikolausreliquie beschafft werden. Die Ausstattung der Kapelle besteht heute aus Stücken, die sämtlich nicht ursprünglich für diesen Raum bestimmt waren. Der gotische Schnitzaltar stammt aus Süddeutschland und wurde erst vor wenigen Jahrzehnten angekauft. Der spätgotische Taufstein befand sich ursprünglich in der im 19. Jahrhundert abgerissenen Johanniskirche. Die intensiv blau-rot gefasste moderne Verglasung taucht den Kapellenraum in ein fast mystisch wirkendes Dämmerlicht. Die Nikolauskapelle dient heute insbesondere als Taufkapelle des Doms und für Werktagsgottesdienste. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde unter Bischof Johannes von Dalberg der ursprünglich romanische Kreuzgang erneuert, aus dem die spätgotischen Reliefs zum Leben Jesu stammen: Wurzel Jesse, Verkündigung, Geburt Christi, Grablegung und Auferstehung. Auf den Reliefs war auch zweimal der hl. Cyriakus mit lockigem Haar zu sehen Im Pfälzischen Erbfolgekrieg verwüsteten französische Truppen auch Worms. Die Versuche den Dom zu sprengen, misslangen, allerdings brannte er völlig aus. Bischof Ludwig von Pfalz-Neuburg ließ den Dom 1698 wiederherstellen. Dadurch kamen einige barocke Elemente hinzu wie die Fenster der Silberkammer oder der Hochaltar von Balthasar Neumann. Dieser schuf den neuen Hochaltar aus vergoldetem Holz und verschiedenfarbigem Marmor. Die Verglasung des Domes ist heute recht vielfältig. Neben einfacher klarer oder Milchverglasung in den Querschiffen wurden besonders in den Kapellen anspruchsvolle moderne Bildfenster geschaffen. So die farbigen Glasfenster von Heinz Hindorf in der Marienkapelle, die das Marienleben und die 14 Nothelfer zum Thema haben oder das sog. Geschichtsfenster in der Georgskapelle. In 20 Szenen wird hier die Wormser Bistumsgeschichte dargestellt vom ersten angenommenen Bischof Victor 345 bis zur Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Die Sarkophage von Vorfahren und Angehörigen von Kaiser Konrad II. stehen seit Beginn des 2o. Jahrhunderts in einer eigens dafür geschaffenen, zugänglichen Gruft. Die Hauptorgel, eine so genannte Schwalbennestorgel wurde im Jahre 1985 von der Firma Klais erbaut. Daneben gibt es noch eine weitere Orgel, die 1996 von der Firma Oberlinger erbaut wurde. Unsere Führerin kam dann auf den hl. Cyriakus und das St. Cyriakusstift zu sprechen. Das St. Cyriakusstift war ein Kollegiatstift und religiöses Zentrum im Ortsteil Neuhausen. Nach Begräbnisfunden scheint das Gebiet von Neuhausen schon in römischer Zeit besiedelt gewesen zu sein. Bischof Samuel von Worms, auch Abt im Reichskloster Lorsch, erwarb aus Rom Reliquien des hl. Cyriakus, einem der hoch verehrten 14 Nothelfer und brachte sie in die Neuhauser Kirche, die schon bald den neuen Heiligen zum Patron erhielt und 847 mit einem Kollegiatstift verbunden wurde. Dadurch avancierte sie zu einem Wallfahrtszentrum und es entstand allmählich auch der Ort Neuhausen zum Stift gehörige Siedlung. Das Cyriakusstift erhielt in der Folgezeit reiche Schenkungen. Zwei Bischöfe von Worms wählten den Ort als Grabstätte, auch die sterblichen Überreste des Gründerbischofs Samuel hat man später von Lorsch hierher überführt. Zu Beginn der Mainzer Stiftsfehde wurden Neuhausen und das Cyriakusstift 1460 angegriffen und völlig zerstört. Kirche und Stiftsgebäude brannten nieder, eine Gruppe Söldner plünderte das Gotteshaus, stahl die kostbare Monstranz und brach die bleierne Lade auf, in welcher der Leib hes hl. Cyriakus lag. Die große Bleitruhe nahmen sie mit, vermutlich zur Herstellung von Musketenkugeln, die Reliquien zerstreuten sie auf dem Fußboden. Dort wurden sie von den Stiftsherren wieder aufgesammelt und feierlich in den Wormser Dom gebracht. Seit der Einäscherung von Worms, am 1. Mai 1689, im Pfälzischen Erbfolgekrieg, verlieren sich ihre Spuren. Nach diesen Ausführungen über Dom und Stift, ging es am Museum Heylshof vorbei zum Lutherdenkmal. Das Lutherdenkmal in Worms wurde zu Ehren des Reformators Martin Luther von Ernst Rietschel geschaffen und am 25. Juni 1868 enthüllt. Es gilt als weltweit größtes Reformationsdenkmal. An der Errichtung des Denkmals waren neben Rietschel auch seine Schüler und der Architekt Hermann Nicolai, ein Schüler Gottfried Sempers, beteiligt. Das Denkmal wurde in Lauchhammer gegossen. Rietschels Lutherstatue im Zentrum des Denkmals war für die Lutherdarstellung im ausgehenden 19. Jahrhundert prägend und wurde für zahlreiche Lutherdenkmäler in Mitteleuropa und Nordamerika nachgegossen. Weiter ging es zur nächsten Station, der Synagoge von Worms. Die Synagoge Worms ist eine der ältesten Synagogen in Deutschland. Das 1034 erstmals gestiftete Gebetshaus wurde in seiner Geschichte mehrfach zerstört und neu aufgebaut; es dient heute den in Worms wohnenden Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Mainz als Gebetshaus und stellt gleichzeitig eine wichtige Sehenswürdigkeit der Stadt dar, die meist in Verbindung mit dem Friedhof „Heiliger Sand“ besucht wird. Eine jüdische Gemeinde in Worms entstand wahrscheinlich im 10. Jahrhundert. Die erste Synagoge wurde 1034 von Jakob ben David und seiner Frau Rahel finanziert. Dieses erste Synagogengebäude wurde während des Deutschen Kreuzzugs von 1096 und des Zweiten Kreuzzugs 1146 beschädigt. Ein Neubau der Synagoge erfolgte 1174/75 im romanischen Stil, er wird heute als Männersynagoge bezeichnet. 1185/86 wurde südwestlich der Männersynagoge eine unterirdische Mikwe angelegt. Die Frauensynagoge wurde 1212/13 nördlich an die Männersynagoge angebaut. 1624 erfolgte der letzte Ausbau der Synagoge: Nördlich der Frauensynagoge wurde ein Vorbau errichtet, westlich der Männersynagoge das so genannte Raschi-Lehrhaus als Jeschiwa. Während der Progrome 1349 und 1615 wurde die Synagoge stark beschädigt, beim Novemberprogrom 1938 wurde sie in Brand gesetzt. Erste Überlegungen zu einem Wiederaufbau wurden bereits 1947 angestellt. Dennoch dauerte es bis 1958, bis der Wiederaufbau der Wormser Synagoge in Angriff genommen wurde. 1961 konnte sie in ihrer alten Form erneut geweiht werden. Die Synagoge Worms steht unter Denkmalschutz. Die Männersynagoge ist ein zweischiffiger rechteckiger Saal, der von zwei romanischen Säulen getragen wird. In der Mitte des Saals zwischen den Säulen befindet sich die moderne Bima, an der Ostwand liegt der Toraschrein. Der Haupteingang zur Synagoge liegt in der Nordwestecke des Raums. Auf drei Seiten der Männersynagoge befinden sich hohe gotische Fenster. Die auf zwei Dritteln der Nordseite anschließende Frauensynagoge ist deutlich kleiner als die Männersynagoge. Nach diesen Informationen unserer Stadtführerin ging es etwas verspätet mit den Bussen zum Mittagessen. In der Brauereigaststätte „Hagenbräu,“ direkt am Rheinufer gelegen, wurden wir schon erwartet. Da das Essen bereits vorher durchgegeben wurde, klappte alles wie am Schnürchen. Nach dem Essen ging es mit den Bussen zurück zum Dom. Dort feierten wir mit Pfarrer Benner in der Nikolauskapelle einen Gottesdienst. Lieder aus dem Gotteslob und aus EH, sorgten für eine tolle Akustik. Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Benner bei allen, die zum Gelingen dieser Wallfahrt betrugen. Das obligatorische Gruppenfoto wurde auf den Treppen des Wormser Domes gemacht. Danach blieb bis zur Abfahrt um 17.00 Uhr noch eine halbe Stunde für einen Kaffee oder ein Eis. Um 17.05 Uhr ging es zur Heimfahrt. An der Raststätte „Wunnenstein“ wurde eine letzte Pause gemacht. Danach ging es über Backnang, Waiblingen, Schorndorf nach Bettringen, wo wir wohlbehalten kurz nach 20.00 Uhr ankamen. Eine schöne, informative Gemeindewallfahrt fand im Jubiläumsjahr einen guten Abschluss. Manfred Boni .

